Siebdruck
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10.09.04
Siebdruck
Der handwerklich-industrielle Siebdruck, der (textile) Filmdruck und die (künstlerische) Serigraphie gehören zur 4.Gruppe der Druckverfahren, dem so genannten Durchdruckverfahren. Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen und einem Gewebe, welches auf den Rahmen aufgespannt ist. Über die Gewebegeometrie ( Gewebedicke und das theor. Farbdurchlaßvolumen des aufgespannten Gewebes und der Beschichtungsdicke des Gewebes wird eine definierte Schichtdicke erzielt und wiederholgenau gewährleistet. Teile des Gewebes sind abgedeckt (Sperrschicht besteht aus einer belichteten, fotosensibelen Schicht), druckende Teile sind offen und bilden den Farbdurchlaßkanal ). Dies wird dann als Schablone, Drucksieb oder Druckform bezeichnet. Die Druckform ist in einer Vorrichtung über dem Bedruckstoff fixiert. Die Farbe wird auf das Gewebe auf eine Nichtmotivstelle aufgetragen. Während des Druckvorgangs wird zuerst Farbe in das Gewebe eingestrichen. Das geschieht locker mit der Flutrakel. Die Farbübertragung erfolgt mit der Druckrakel, die Linienförmig unter Druck über das Sieb geführt wird und die Farbe bewegt. Über Druck nach unten wird der Absprung überwunden (Abstand zwischen Bedruckstoff und Druckform) und damit durch die Druckrakel eine Kraft erzeugt, die bewirkt, dass die Tixotropie ( pastöse ) der Farbe an der Druckrakelkante in eine Flüssige Form umgewandelt wird.(Man bezeichnet dieses als Rheologieverhalten der Druckfarbe , Einstoff wird durch Druck flüssig und erstarrt sofort wieder wenn der Druck nachläßt) Die Druckfarbe kann nun durch die Siebmaschen fließen und wird vom Druckgut aufgenommen. Anschließend löst sich das Drucksieb direkt nach der Druckrakel durch den Absprung und Sieblift wieder aus der Farbe. Die übertragen Druckfarbe geht dann sofort wieder von der Flüssigphase in die Tixotropeform zurück. Die Farbe kann also nicht verlaufen oder durch das Drucksiebtropfen und das Druckbild ist klar und sauber. Dieses alles ist nur durch die rheologischen Eigenschaften der Siebdruckfarben möglich. Mittels chemischer Zusätze ist der Siebdrucker in der Lage die rheologischen Eigenschaften dem Druckmotiv und den Druck- und Umweltbedingungen anzupassen.
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